Konzept

Station 6

Station 6

Athen/Griechenland: Mit der Fähre ins Cafe der verlorenen Täume

Wir besteigen die Fähre, die uns von der Insel Lesbos nach Piräus bringt. Mit uns an Bord: Flüchtlingsfamilien aus Syrien, die nach der Identifizierung in Mytilini nun mit einem Zettel in der Hand dastehen, der sie anweist, binnen 30 Tagen Griechenland zu verlassen. Doch wo sollen sie hin? Ein Zurück gibt es nicht – und Europa erlaubt nicht, dass sie etwa bei Verwandten in nördlicheren EU-Ländern Zuflucht finden können.

Während wir mit dem Schiff entlang der Seegrenze zwischen Europa und Asien unterwegs sind, erzählen sie uns ihre Geschichten und sprechen über die Hoffnungen, die sie für ihre Zukunft haben. Doch bei der Ankunft in Piräus/Athen erwartet sie keine Hilfe, keine Unterstützung. Zehntausende Flüchtlinge sind in den Straßen der griechischen Hauptstadt auf sich allein gestellt.

In dem kleinen Lokal, das ein Afrikaner in einem Abbruch-Haus betreibt, sitzen sie bei einem Glas Tee, tauschen Informationen aus über Polizei-Razzien oder faschistische Schlägertrupps. Hier im “Cafe der verlorenen Träume” finden sie ein winziges, letztes Stück Normalität in ihrem entwurzelten Flüchtlingsleben.