Konzept

Station 5

Station 5

Lesbos/Griechenland: Ägäis Insel an der Grenze zu Asien

Die griechischen Inseln der Nordost-Ägäis gehören zu den gefährlichsten Zielen, die Flüchtlinge und MigrantInnen ansteuern können. Denn die gegenüberliegende, türkische Küste ist oft nur wenige Kilometer entfernt. Bei dem Versuch, Boote an der Überfahrt zu hindern, gehen die Spezialeinheiten der Küstenwache extrem brutal vor. Auch Schüsse auf Flüchtlingsboote werden von amtlicher Seite nicht geleugnet.

Auf dem Friedhof von Mytilini werden die Leichen der Ertrunkenen notdürftig verscharrt, manche in einem Massengrab mit Hungertoten aus der Zeit der deutschen Besatzung 1940-44.

Wir sprechen mit Fischern, die nach dramatischen Rettungsversuchen am Strand ein Denkmal für die ertrunkenen Flüchtlinge errichtet haben. Und mit Mahmoudi, dem Flüchtling aus Afghanistan, der Asyl erhalten hat und weiterziehen dürfte. Doch er bleibt, um seinen ankommenden Landsleuten auf der Insel zu helfen. Und um die Toten zu begraben.

Weil die staatlichen Strukturen heillos überfordert sind, haben AktivistInnen ein ehemaliges Jugendferienlager besetzt und darin ihr eigenes, autonomes Flüchtlingsheim eröffnet. Dort werden auch wir untergebracht sein und hören, was uns die Bewohner zu sagen haben.